Einführung
Noch nie war es so leicht, an Informationen zu kommen, und noch nie war es so schwer, die guten (verlässlichen) von den schlechten (falschen) zu trennen. Ein einziges Smartphone gibt uns Zugriff auf mehr Wissen, als in jeder Bibliothek der Geschichte stand. Der Strom der Informationen ist gewalting, und darin schwimmen nun auch mehr Gerüchte, Werbung als Nachricht getarnt, ehrliche Irrtümer, viele bezahlte Meinung und gezielte Lügen, heute zunehmend auch von Maschinen erzeugt.
Wer kritisch denken will, kommt deshalb an einer Schlüsselfrage nicht vorbei:
Woher weiß ich, ob ich dem, was ich da lese, sehe oder höre, vertrauen kann?
Genau darum geht es in diesem Kapitel.
Medienkompetenz ist die Fähigkeit, sich in der Medienwelt zurechtzufinden: Inhalte zu finden, zu verstehen, einzuordnen und selbst verantwortungsvoll zu nutzen.
Quellenkritik ist das Werkzeug dazu: das geübte Prüfen, wer etwas sagt, woher es kommt und wie gut es belegt ist.
Die gute Nachricht: Quellenprüfung ist keine Geheimwissenschaft. Sie besteht aus wenigen Handgriffen, die jeder lernen kann und die oft in unter einer Minute erledigt sind. Profis tun nichts grundsätzlich anderes als geübte Laien, sie tun es nur schneller und konsequenter.
In diesem Kapitel lernen wir:
- was Medienkompetenz überhaupt umfasst (Stichwort MIL),
- die SIFT-Methode: vier einfache Handgriffe zum schnellen Prüfen,
- woran man gute von schlechten Quellen unterscheidet,
- wie man clever sucht und Wikipedia richtig nutzt,
- wie soziale Medien, Algorithmen und Filterblasen unsere Sicht formen,
- was Desinformation, Fake News und KI-Fälschungen sind und wie man sie erkennt,
- welche Faktencheck- und Verifikationswerkzeuge es gibt.
Informationen sind im Überfluss da.
Wir müssen einfach lernen sie zu prüfen.
Wir setzen dabei nicht auf Misstrauen gegen alles. Das wäre genauso schädlich wie blindes Vertrauen. Ziel ist eine geübte, gelassene Skepsis: prüfen, bevor man glaubt, und prüfen, bevor man teilt.