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1. What is Critical Thinking?

This page provides an overview of the Critical Thinking course taught by Allan Di Donato, a philosophy professor at Central Piedmont Community College, with nearly 20 years of experience.

Diese Seite bietet einen Überblick über den Kurs zum kritischen Denken von Allan Di Donato, einem Philosophieprofessor am Central Piedmont Community College mit fast 20 Jahren Erfahrung.

 

Summary

Zusammenfassung

This opening session introduces the instructor, lays out the roadmap for the course, and gives a first working definition of critical thinking together with the basic vocabulary the course will rely on.

Diese Auftaktsitzung stellt den Dozenten vor, skizziert den Fahrplan des Kurses und gibt eine erste Arbeitsdefinition des kritischen Denkens samt des grundlegenden Vokabulars, auf das sich der Kurs stützen wird.

Instructor and course style

Der Dozent und der Kursstil

The course is taught by Alan Di Donato, who has taught philosophy and humanities at the college for close to 20 years, including a recurring Introduction to Logic course. Logic and critical thinking overlap heavily, so a good part of the semester is devoted to logic. The lectures are deliberately informal and unscripted, meant to feel like an in-person class so that online students can follow the reasoning rather than just read slides.

Der Kurs wird von Alan Di Donato gehalten, der seit fast 20 Jahren Philosophie und Geisteswissenschaften am College unterrichtet, darunter einen wiederkehrenden Kurs Einführung in die Logik. Logik und kritisches Denken überschneiden sich stark, daher ist ein guter Teil des Semesters der Logik gewidmet. Die Vorlesungen sind bewusst informell und frei gehalten und sollen sich wie ein Präsenzunterricht anfühlen, damit Online-Studierende dem Gedankengang folgen können, statt nur Folien zu lesen.

Roadmap of the semester

Fahrplan des Semesters

Di Donato walks through the topics in order:

Di Donato geht die Themen der Reihe nach durch:

  • Cognitive bias, persuasion and rhetoric, including advertising tactics (how media and even store layouts exploit our predispositions).
  • The basics of logic, argument and truth, followed by informal logic and fallacies, grouped into fallacies of ambiguity, relevance, and presumption.
  • Inductive reasoning: certainty and probability, scientific and experimental method, historical science, and causal reasoning.
  • Deductive logic: categorical logic, the square of opposition, categorical syllogisms, and basic propositional logic (only the essentials, no formal proofs or modal logic).
  • Philosophy of science, leading into a case study on Darwinism versus Intelligent Design as a chance to apply the whole semester's toolkit: spotting arguments, fallacies, rhetoric and bias, and distinguishing science from pseudoscience.
  • Kognitive Verzerrungen, Überredung und Rhetorik, einschließlich Werbetaktiken (wie Medien und sogar Ladenlayouts unsere Prädispositionen ausnutzen).
  • Die Grundlagen von Logik, Argument und Wahrheit, gefolgt von informeller Logik und Fehlschlüssen, gruppiert in Fehlschlüsse der Mehrdeutigkeit, der Relevanz und der Voraussetzung.
  • Induktives Schließen: Gewissheit und Wahrscheinlichkeit, wissenschaftliche und experimentelle Methode, historische Wissenschaft und kausales Schließen.
  • Deduktive Logik: kategoriale Logik, das logische Quadrat, kategoriale Syllogismen und grundlegende Aussagenlogik (nur das Wesentliche, keine formalen Beweise oder Modallogik).
  • Wissenschaftsphilosophie, die in eine Fallstudie zu Darwinismus versus Intelligent Design mündet, als Gelegenheit, das Werkzeug des ganzen Semesters anzuwenden: Argumente, Fehlschlüsse, Rhetorik und Verzerrungen erkennen und Wissenschaft von Pseudowissenschaft unterscheiden.

He uses an analogy: deductive logic is a bit like math (form, structure, relationships), while inductive reasoning is closer to literature. People with a math aptitude may find the deductive part easier, but everyone can learn it with effort.

Er verwendet eine Analogie: Deduktive Logik ist ein wenig wie Mathematik (Form, Struktur, Beziehungen), während induktives Schließen näher an der Literatur liegt. Wer eine Begabung für Mathematik hat, findet den deduktiven Teil vielleicht leichter, aber mit etwas Mühe kann ihn jeder lernen.

What is critical thinking?

Was ist kritisches Denken?

Critical thinking is more than being a careful problem-solver. Di Donato defines it as the careful application of reason to determine whether a claim is true, and crucially it also involves thinking about how we think.

Kritisches Denken ist mehr als sorgfältiges Problemlösen. Di Donato definiert es als die sorgfältige Anwendung der Vernunft, um zu bestimmen, ob eine Behauptung wahr ist, und entscheidend gehört auch das Nachdenken darüber, wie wir denken dazu.

The skills the course aims to build include:

Zu den Fähigkeiten, die der Kurs aufbauen will, gehören:

  • Distinguishing rational claims from emotional ones, and fact from opinion.
  • Spotting deception, logical flaws, contradictions, and ambiguous or inadequate information.
  • Constructing cogent, evidence-based arguments rather than relying on mere opinion.
  • Avoiding overstated conclusions and irrelevant detail, and knowing when a conclusion is merely probable versus certain.
  • Weighing alternatives and using evidence to defend a position coherently.
  • Rationale Behauptungen von emotionalen unterscheiden und Tatsache von Meinung.
  • Täuschung, logische Fehler, Widersprüche sowie mehrdeutige oder unzureichende Informationen erkennen.
  • Stichhaltige, evidenzbasierte Argumente konstruieren, statt sich auf bloße Meinung zu verlassen.
  • Übertriebene Schlussfolgerungen und irrelevante Details vermeiden und wissen, wann eine Schlussfolgerung bloß wahrscheinlich statt sicher ist.
  • Alternativen abwägen und mit Belegen eine Position kohärent verteidigen.

Core vocabulary

Grundvokabular

  • Belief / opinion / judgment are treated as interchangeable: an idea someone holds about a subject.
  • A claim (statement or proposition) is how we express a belief. To count as a claim, it must have a truth value, i.e. be either true or false. A question, for example, is not a claim.
  • Objective claims are true or false independent of personal opinion; subjective claims depend on personal taste.
  • He warns against the loose "fact versus opinion" framing: it wrongly implies opinions are never factual. In reality there are objective opinions and subjective opinions. "Factual" simply means objective, not necessarily true.
  • Überzeugung / Meinung / Urteil werden als austauschbar behandelt: eine Vorstellung, die jemand von einem Thema hat.
  • Eine Behauptung (Aussage oder Proposition) ist die Art, wie wir eine Überzeugung ausdrücken. Um als Behauptung zu gelten, muss sie einen Wahrheitswert haben, also entweder wahr oder falsch sein. Eine Frage zum Beispiel ist keine Behauptung.
  • Objektive Behauptungen sind unabhängig von der persönlichen Meinung wahr oder falsch; subjektive Behauptungen hängen vom persönlichen Geschmack ab.
  • Er warnt vor der laxen Gegenüberstellung „Tatsache versus Meinung": Sie legt fälschlich nahe, Meinungen seien nie sachlich. In Wirklichkeit gibt es objektive Meinungen und subjektive Meinungen. „Sachlich" bedeutet einfach objektiv, nicht notwendigerweise wahr.

Truth and knowledge

Wahrheit und Wissen

  • Truth is explained via the correspondence view (going back to Aristotle): a claim is true when it corresponds to something in reality.
  • Knowledge uses the standard Justified True Belief (JTB) account: you must (1) believe that X, (2) X must actually be true, and (3) you must have justification for the belief. He notes both definitions are debated (e.g. the Gettier problem), and stresses that most of what we hold are beliefs, not knowledge.
  • Wahrheit wird über die Korrespondenztheorie erklärt (die auf Aristoteles zurückgeht): Eine Behauptung ist wahr, wenn sie etwas in der Wirklichkeit entspricht.
  • Wissen folgt der üblichen Auffassung der gerechtfertigten wahren Überzeugung (Justified True Belief, JTB): Man muss (1) X glauben, (2) X muss tatsächlich wahr sein, und (3) man muss eine Rechtfertigung für die Überzeugung haben. Er merkt an, dass beide Definitionen umstritten sind (z. B. das Gettier-Problem), und betont, dass das meiste, was wir für wahr halten, Überzeugungen sind, kein Wissen.

Issues, arguments, and types of inference

Streitfragen, Argumente und Arten des Schließens

  • An issue is a point of discussion with a question attached, typically phrased with "whether…". It differs from a mere topic of conversation: an issue arises only when a claim is actually questioned as true or false.
  • An argument supports a claim (the conclusion) by giving reasons (the premises); the conclusion follows from the premises.
  • Arguments should not be confused with explanations (which show why or how something happens) or with persuasion (a good argument can persuade, but most persuasion, such as advertising, uses no argument at all).
  • Deductive arguments aim at conclusions that follow necessarily, yielding certainty and validity. Inductive arguments yield at best high probability.
  • Eine Streitfrage ist ein Diskussionspunkt, an den eine Frage geknüpft ist, typischerweise formuliert mit „ob …". Sie unterscheidet sich von einem bloßen Gesprächsthema: Eine Streitfrage entsteht erst, wenn eine Behauptung tatsächlich als wahr oder falsch infrage gestellt wird.
  • Ein Argument stützt eine Behauptung (die Schlussfolgerung), indem es Gründe angibt (die Prämissen); die Schlussfolgerung folgt aus den Prämissen.
  • Argumente sollten nicht mit Erklärungen verwechselt werden (die zeigen, warum oder wie etwas geschieht) oder mit Überredung (ein gutes Argument kann überzeugen, aber die meiste Überredung, etwa Werbung, verwendet gar kein Argument).
  • Deduktive Argumente zielen auf Schlussfolgerungen, die notwendig folgen, und liefern Gewissheit und Gültigkeit. Induktive Argumente liefern bestenfalls eine hohe Wahrscheinlichkeit.

Objective vs. subjective issues, and value judgments

Objektive vs. subjektive Streitfragen und Werturteile

Two tests help decide whether an issue is factual (objective):

Zwei Tests helfen zu entscheiden, ob eine Streitfrage sachlich (objektiv) ist:

  1. If two people disagree and at least one must be wrong, the issue is likely factual.
  2. If established methods or criteria exist to settle it, it is factual.
  1. Wenn zwei Menschen uneinig sind und mindestens einer im Unrecht sein muss, ist die Streitfrage wahrscheinlich sachlich.
  2. Wenn etablierte Methoden oder Kriterien existieren, um sie zu klären, ist sie sachlich.

Worked examples illustrate how hard this can be in practice: Mac vs. PC for design, which continent has the most animal species (clearly objective in principle), Wilt Chamberlain vs. Michael Jordan (criteria exist but are hard to apply fairly across eras), and the morality of the death penalty.

Durchgerechnete Beispiele zeigen, wie schwierig das in der Praxis sein kann: Mac vs. PC fürs Design, welcher Kontinent die meisten Tierarten hat (im Prinzip klar objektiv), Wilt Chamberlain vs. Michael Jordan (Kriterien existieren, sind aber über verschiedene Epochen hinweg schwer fair anzuwenden) und die Moral der Todesstrafe.

This leads to value judgments: claims evaluating something as good/bad, beautiful/ugly, etc. Moral value judgments ascribe moral qualities. Di Donato distinguishes:

Das führt zu Werturteilen: Behauptungen, die etwas als gut/schlecht, schön/hässlich usw. bewerten. Moralische Werturteile schreiben moralische Qualitäten zu. Di Donato unterscheidet:

  • Subjectivism – moral judgments are purely personal opinion, all equally valid (applied to individuals).
  • Relativism – moral judgments vary by culture, with each culture "right" on its own terms.
  • Subjektivismus – moralische Urteile sind rein persönliche Meinung, alle gleichermaßen gültig (bezogen auf Individuen).
  • Relativismus – moralische Urteile variieren je nach Kultur, wobei jede Kultur nach ihren eigenen Maßstäben „recht" hat.

He considers both views confused about what "right" and "factual" really mean, and sees critical thinking as the way to avoid these "potholes."

Er hält beide Ansichten für verwirrt darüber, was „richtig" und „sachlich" wirklich bedeuten, und sieht im kritischen Denken den Weg, diese „Schlaglöcher" zu vermeiden.

Key takeaway

Die zentrale Erkenntnis

The central message: think carefully and precisely, and clear up ambiguity first, because unclear ideas cannot be reasoned about well. Like math, the course builds on its foundations, so mastering the early concepts pays off later. Critical thinking is most valuable precisely in the hard cases, where agreed-upon criteria are missing and judgment is difficult.

Die zentrale Botschaft: sorgfältig und präzise denken und zuerst Mehrdeutigkeiten ausräumen, denn über unklare Vorstellungen lässt sich nicht gut nachdenken. Wie in der Mathematik baut der Kurs auf seinen Grundlagen auf, sodass sich das Beherrschen der frühen Begriffe später auszahlt. Kritisches Denken ist gerade in den schwierigen Fällen am wertvollsten, in denen vereinbarte Kriterien fehlen und das Urteilen schwerfällt.