Zum Hauptinhalt springen

13. Informal Fallacies - Presumption Part 1

 

Summary

Zusammenfassung

This begins the last and largest family of informal fallacies: the fallacies of presumption, which occur when an argument presupposes something without good reason or sufficient evidence, so the conclusion rests on an unproven or questionable assumption. The category splits into ordinary presumption fallacies and those tied to inductive reasoning. This first session introduces the family and covers the "stacking the deck" subgroup, biasing an argument toward your own conclusion via a hidden assumption. Seven are presented.

Hier beginnt die letzte und größte Familie der informellen Fehlschlüsse: die Fehlschlüsse der Voraussetzung (fallacies of presumption). Sie treten auf, wenn ein Argument etwas ohne guten Grund oder ausreichende Belege voraussetzt, sodass die Schlussfolgerung auf einer unbewiesenen oder fragwürdigen Annahme beruht. Die Kategorie teilt sich in gewöhnliche Voraussetzungs-Fehlschlüsse und solche, die mit dem induktiven Schließen zusammenhängen. Diese erste Folge stellt die Familie vor und behandelt die Untergruppe „das Blatt zinken" (stacking the deck): ein Argument über eine versteckte Annahme zugunsten der eigenen Schlussfolgerung zu verzerren. Sieben werden vorgestellt.

1. Petitio principii (begging the question / circular reasoning)

1. Petitio principii (Zirkelschluss / Erschleichung des Beweisgrundes)

Assuming what you are trying to prove. The conclusion is smuggled into the premises, so you start and end in the same place. Forms include a conclusion that merely restates a premise, a chain whose final conclusion is the first premise, or premises whose language already implies the conclusion. (Note: in philosophy "begging the question" means this, not "raising a further question." Circular arguments are trivially valid by the law of identity, A implies A, but practically useless.) Example: macroevolution is proven by anatomical similarities, while those similarities are taken as proof of the evolutionary relationship.

Man setzt voraus, was man erst beweisen will. Die Schlussfolgerung wird in die Prämissen eingeschmuggelt, sodass man am selben Punkt beginnt und endet. Zu den Formen gehören: eine Schlussfolgerung, die bloß eine Prämisse wiederholt; eine Kette, deren letzte Schlussfolgerung die erste Prämisse ist; oder Prämissen, deren Formulierung die Schlussfolgerung schon impliziert. (Anmerkung: In der Philosophie bedeutet „begging the question" dies und nicht „eine weitere Frage aufwerfen". Zirkelschlüsse sind nach dem Identitätssatz trivial gültig, A impliziert A, aber praktisch nutzlos.) Beispiel: Die Makroevolution wird durch anatomische Ähnlichkeiten bewiesen, während eben diese Ähnlichkeiten als Beweis für die evolutionäre Verwandtschaft genommen werden.

2. Complex / loaded question

2. Komplexe Frage / Suggestivfrage

A question that presupposes an answer to an unstated, often false, question, and is loaded with assumptions that put the respondent in a bad light. The classic: "Have you stopped beating your wife?", yes or no both incriminate. Restricting answers to yes/no makes the trap tighter ("do you still have the gun you used to murder the victim?").

Eine Frage, die die Antwort auf eine unausgesprochene, oft falsche Frage voraussetzt und mit Annahmen beladen ist, die den Befragten in ein schlechtes Licht rücken. Der Klassiker: „Haben Sie aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?" – ob Ja oder Nein, beides belastet. Die Beschränkung der Antwort auf Ja/Nein macht die Falle noch enger („Haben Sie noch die Waffe, mit der Sie das Opfer ermordet haben?").

3. Loaded definition

3. Tendenziöse Definition

Defining a term in an unjustified way (too broad, too narrow, or vague) so it smuggles in the conclusion. Example: "murder is the killing of innocent life, so eating animals is murder", a definition so broad it backfires even on the vegetarian using it.

Einen Begriff auf ungerechtfertigte Weise definieren (zu weit, zu eng oder vage), sodass er die Schlussfolgerung einschmuggelt. Beispiel: „Mord ist das Töten unschuldigen Lebens, also ist das Essen von Tieren Mord" – eine Definition, die so weit gefasst ist, dass sie sogar dem Vegetarier, der sie benutzt, auf die Füße fällt.

4. Special pleading / suppressed evidence

4. Sonderplädoyer / unterschlagene Beweise

Preventing the opposing view from getting a fair hearing, either by applying different standards to your opponent's argument than to your own, or by presenting only the evidence that supports your position (the suppressed-evidence variant, essentially confirmation bias). Example: the used-car pitch that lists the good points while omitting the price markup and slipping transmission.

Der Gegenposition ein faires Gehör verwehren, entweder indem man an das Argument des Gegners andere Maßstäbe anlegt als an das eigene, oder indem man nur die Belege präsentiert, die die eigene Position stützen (die Variante der unterschlagenen Beweise, im Grunde der Bestätigungsfehler). Beispiel: das Verkaufsgespräch für einen Gebrauchtwagen, das die Vorzüge aufzählt, aber den Preisaufschlag und das durchrutschende Getriebe verschweigt.

5. Stacking the deck (proper)

5. Das Blatt zinken (im engeren Sinne)

Declaring the winner to be whoever meets standards you set so that only your own side can meet them. Unlike special pleading (different standards for each side), here the same standard is applied but only one argument can satisfy it. Example: "Superman is a better hero than Batman, Batman can't fly without a machine."

Zum Sieger erklären, wer Maßstäbe erfüllt, die man so gesetzt hat, dass nur die eigene Seite sie erfüllen kann. Anders als beim Sonderplädoyer (unterschiedliche Maßstäbe für jede Seite) wird hier derselbe Maßstab angelegt, aber nur ein Argument kann ihn erfüllen. Beispiel: „Superman ist ein besserer Held als Batman – Batman kann ohne Maschine nicht fliegen."

6. No true Scotsman

6. „Kein wahrer Schotte" (No true Scotsman)

Reinterpreting evidence to shield a generalization from counter-examples by redefining the group to exclude them (from Antony Flew's example: "no true Scotsman would do that"). Example: "socialism caused poverty everywhere it was tried", "those weren't true socialist governments."

Belege umdeuten, um eine Verallgemeinerung gegen Gegenbeispiele abzuschirmen, indem man die Gruppe so umdefiniert, dass die Gegenbeispiele ausgeschlossen werden (nach Antony Flews Beispiel: „kein wahrer Schotte würde das tun"). Beispiel: „Der Sozialismus hat überall, wo er versucht wurde, Armut verursacht" – „das waren keine echten sozialistischen Regierungen."

7. Slippery slope (domino fallacy)

7. Dammbruchargument (Domino-Fehlschluss)

Rejecting A because it will supposedly trigger an inevitable chain A → B → C → D ending in disaster. It is fallacious when the asserted chain is not actually necessary; the test is whether each causal/logical link is real or merely psychologically persuasive. (Arguments that genuinely show probable consequences are not fallacies.) Example: "drinking leads to marijuana, then crack, then suicide."

A ablehnen, weil es angeblich eine unvermeidliche Kette A → B → C → D auslöst, die in einer Katastrophe endet. Der Fehlschluss liegt vor, wenn die behauptete Kette nicht tatsächlich zwingend ist; der Test ist, ob jedes kausale/logische Glied real ist oder nur psychologisch überzeugend. (Argumente, die tatsächlich wahrscheinliche Folgen aufzeigen, sind keine Fehlschlüsse.) Beispiel: „Alkohol führt zu Marihuana, dann zu Crack, dann zum Suizid."

Where this leads

Wie es weitergeht

This is only the first of several presumption videos. The next covers the oversimplification / reduction subgroup, before the course moves into presumption fallacies specific to inductive reasoning.

Dies ist nur das erste von mehreren Videos zu den Voraussetzungs-Fehlschlüssen. Das nächste behandelt die Untergruppe der Übervereinfachung / Reduktion, bevor der Kurs zu den Voraussetzungs-Fehlschlüssen übergeht, die für das induktive Schließen spezifisch sind.