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8. Informal Fallacies - Ambiguity

 

Summary

Zusammenfassung

The first and smallest family of informal fallacies is the fallacies of ambiguity: errors caused by the unclear meaning of words, phrases, or grammar. The fallacy occurs when the meaning of a term shifts during the argument and the conclusion depends on that shift. These are essentially problems of language, and many overlap with the rhetorical devices seen earlier. There are six.

Die erste und kleinste Familie der informellen Fehlschlüsse sind die Fehlschlüsse der Mehrdeutigkeit: Fehler, die durch die unklare Bedeutung von Wörtern, Wendungen oder Grammatik verursacht werden. Der Fehlschluss entsteht, wenn sich die Bedeutung eines Begriffs während des Arguments verschiebt und die Schlussfolgerung von dieser Verschiebung abhängt. Es sind im Kern Probleme der Sprache, und viele überschneiden sich mit den zuvor gesehenen rhetorischen Mitteln. Es gibt sechs.

1. Equivocation

1. Äquivokation (Zweideutigkeit)

A key word carries more than one meaning and changes sense between premises, blocking the conclusion (the formal counterpart is the four-term fallacy). It is the serious cousin of the pun (as in Abbott and Costello's Who's on First?, where one speaker uses a word as a question and the other as a name). Examples:

Ein Schlüsselwort trägt mehr als eine Bedeutung und wechselt zwischen den Prämissen den Sinn, was die Schlussfolgerung blockiert (das formale Gegenstück ist der Vier-Begriffe-Fehlschluss). Es ist der ernste Verwandte des Wortspiels (wie in Abbott und Costellos Who's on First?, wo ein Sprecher ein Wort als Frage und der andere als Namen verwendet). Beispiele:

  • "An elephant is an animal, therefore a small elephant is a small animal", small is a relative term.
  • "All good things should be legal; feeling good is good; beating up people you dislike feels good; therefore it should be legal", good shifts from morally good to pleasurable.
  • Arguing from micro- to macro-evolution, or a theological argument where really means "truly" in one premise but "in mutual dependence" (Aquinas's sense) in another.
  • „Ein Elefant ist ein Tier, also ist ein kleiner Elefant ein kleines Tier" – klein ist ein relativer Begriff.
  • „Alle guten Dinge sollten legal sein; sich gut zu fühlen ist gut; Menschen zu verprügeln, die man nicht mag, fühlt sich gut an; also sollte es legal sein" – gut wechselt von moralisch gut zu lustvoll.
  • Von der Mikro- zur Makroevolution argumentieren, oder ein theologisches Argument, in dem wirklich in der einen Prämisse „tatsächlich" bedeutet, in der anderen aber „in gegenseitiger Abhängigkeit" (im Sinne von Aquin).

(Note: refuting such an argument does not disprove its conclusion, only this way of reaching it.)

(Anmerkung: Ein solches Argument zu widerlegen entkräftet nicht seine Schlussfolgerung, nur diesen Weg, zu ihr zu gelangen.)

2. Amphibology

2. Amphibolie

Ambiguity from grammatical construction rather than a single word. The premise is read in a way that makes it true, but the conclusion is drawn from a reading that makes it false:

Mehrdeutigkeit aus der grammatischen Konstruktion statt aus einem einzelnen Wort. Die Prämisse wird so gelesen, dass sie wahr ist, aber die Schlussfolgerung wird aus einer Lesart gezogen, die sie falsch macht:

  • "Reverend Smith said it was his privilege to marry six people yesterday."
  • "Wife kills husband with shotgun" (her weapon, or his?).
  • "Our burgers are made with 100% pure beef" (entirely beef, or just one ingredient?).
  • „Reverend Smith sagte, es sei ihm ein Vorrecht gewesen, gestern sechs Menschen zu trauen." (im Englischen: to marry = trauen oder heiraten)
  • „Ehefrau tötet Ehemann mit Schrotflinte" (ihre Waffe oder seine?).
  • „Unsere Burger sind aus 100 % reinem Rindfleisch gemacht" (ganz aus Rindfleisch, oder nur eine Zutat?).

3. Accent

3. Betonung (Akzent)

Improper emphasis on a word or part of a statement (via punctuation in writing or inflection in speech) changes the meaning between premise and conclusion:

Unsachgemäße Betonung eines Wortes oder Teils einer Aussage (durch Zeichensetzung beim Schreiben oder Tonfall beim Sprechen) ändert die Bedeutung zwischen Prämisse und Schlussfolgerung:

  • "Shake well before using", so I shook it after breakfast.
  • "I'm not taking you to the movies" vs. "I'm not taking you to the movies", different implications, and the "we'll be home tonight" conclusion may be false.
  • „Vor Gebrauch gut schütteln", also schüttelte ich es nach dem Frühstück.
  • „Ich nehme dich nicht mit ins Kino" vs. „Ich nehme dich nicht mit ins Kino" – unterschiedliche Implikationen, und die Schlussfolgerung „wir sind heute Abend zu Hause" kann falsch sein.

4. Significance

4. Bedeutung (Referenz)

Language whose meaning depends on its referent or context:

Sprache, deren Bedeutung von ihrem Referenten oder Kontext abhängt:

  • A voicemail, "your father has been rushed to the hospital", is meaningless if it was a wrong number (who is "your"?).
  • "Hesiod talked about the creation of the world, so he was a theist", but he wrote from a polytheistic worldview.
  • Eine Sprachnachricht, „Ihr Vater wurde ins Krankenhaus gebracht", ist bedeutungslos, wenn es eine falsche Nummer war (wer ist „Ihr"?).
  • „Hesiod sprach über die Erschaffung der Welt, also war er Theist" – aber er schrieb aus einer polytheistischen Weltsicht.

5. Distinction without a difference

5. Unterscheidung ohne Unterschied

Defending a position by claiming a difference from another that does not actually exist, different words for the same concept:

Eine Position verteidigen, indem man einen Unterschied zu einer anderen behauptet, der tatsächlich nicht existiert, verschiedene Wörter für denselben Begriff:

  • A changed phone number vs. a new number (Seinfeld).
  • "There's no good or evil, only functional and dysfunctional", but dysfunctional presupposes a correct way to function, which is itself a moral standard.
  • Eine geänderte Telefonnummer vs. eine neue Nummer (Seinfeld).
  • „Es gibt kein Gut oder Böse, nur funktional und dysfunktional" – aber dysfunktional setzt eine richtige Art zu funktionieren voraus, die selbst ein moralischer Maßstab ist.

6. Prestige jargon

6. Prestige-Jargon

Using complicated or technical language to sound smart or scientific and silence opposition, a smoke screen that confuses complexity with authenticity. (It is not always a fallacy, since some topics genuinely require technical vocabulary.) Examples include deliberately obscure, pseudo-scientific verbiage about "axiomatic conclusions concerning metaphysical hypotheses."

Komplizierte oder Fachsprache verwenden, um klug oder wissenschaftlich zu klingen und Widerspruch zum Schweigen zu bringen, eine Nebelwand, die Komplexität mit Authentizität verwechselt. (Es ist nicht immer ein Fehlschluss, da manche Themen tatsächlich Fachvokabular erfordern.) Beispiele sind bewusst obskures, pseudowissenschaftliches Geschwafel über „axiomatische Schlussfolgerungen bezüglich metaphysischer Hypothesen".

Practice

Übung

This only scratches the surface: the best approach is to review the examples and practice spotting ambiguity yourself. Next comes the much larger family, the fallacies of relevance.

Das kratzt nur an der Oberfläche: Der beste Ansatz ist, die Beispiele durchzugehen und selbst zu üben, Mehrdeutigkeit zu erkennen. Als Nächstes kommt die viel größere Familie, die Fehlschlüsse der Relevanz.