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Äquivokation

Kurz

Ein mehrdeutiges Wort wird innerhalb eines Arguments in zwei verschiedenen Bedeutungen verwendet.

Dasselbe Wort, zwei Bedeutungen.

Definition

Bei der Äquivokation (equivocation) wird ein mehrdeutiges Wort im selben Argument in unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht. Weil das Wort äusserlich gleich bleibt, scheint der Schluss zu „passen“ — in Wahrheit reden die Sätze von verschiedenen Dingen.

Der Fehler: Die Schlüssigkeit beruht nur auf dem gleichen Wortlaut, nicht auf einer gemeinsamen Bedeutung. In Syllogismen erzeugt dies den Quaternio Terminorum (einen vierten Begriff).

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Aussage 1 verwendet das Wort W in Bedeutung 1.
  2. Aussage 2 verwendet dasselbe Wort W in Bedeutung 2.
  3. Der Schluss behandelt beide Bedeutungen als eine.

EN: equivocation

Verwandtschaft

  • Quaternio Terminorum — der formale Niederschlag im Syllogismus (vier statt drei Begriffe).
  • Mehrdeutigkeitsfehler (Amphibolie) — verwandt: Mehrdeutigkeit durch Satzbau statt durch ein Wort.
  • Unterscheidung ohne Unterschied — verwandtes Spiel mit Bedeutungen.

Beispiele

Beispiel 1

  1. Ein Gesetz braucht einen Gesetzgeber.
  2. Die Naturgesetze sind Gesetze.
  3. Also brauchen die Naturgesetze einen Gesetzgeber.

„Gesetz“ meint in 1 eine rechtliche Vorschrift, in 2 eine naturwissenschaftliche Regelmässigkeit. Die beiden Bedeutungen werden unzulässig gleichgesetzt.

Beispiel 2

„Am Ende des Tunnels ist Licht. Licht ist eine Form von Energie. Also ist am Ende des Tunnels Energie.“

„Licht“ steht zuerst bildlich (für Hoffnung, Rettung), dann physikalisch. Das Wort verbindet die Sätze nur scheinbar.

Quellen