Mono-kausales Denken
Eine komplexe Wirkung wird auf eine einzige Ursache zurückgeführt.
Eine Ursache, wo viele zusammenwirken.
Definition
Beim mono-kausalen Denken (causal oversimplification) wird eine Wirkung, die in Wahrheit von mehreren Ursachen abhängt, auf eine einzige Ursache zurückgeführt. Das Zusammenspiel der Faktoren wird ausgeblendet.
Der Fehler: Viele Phänomene — gesellschaftliche, gesundheitliche, wirtschaftliche — entstehen aus einem Geflecht von Ursachen. Wer nur eine herausgreift, vereinfacht unzulässig und zieht oft die falschen Schlüsse.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Die Wirkung W hat die Ursachen U₁, U₂, U₃ …
- W wird allein auf U₁ zurückgeführt.
- Die übrigen Ursachen werden ignoriert.
EN: causal oversimplification
Verwandtschaft
- Post hoc ergo propter hoc — verwandt: vorschnelle Ursachenzuschreibung.
- Falsches Dilemma — verwandt: künstliche Verengung der Möglichkeiten.
- Rosinenpicken — verwandt, wenn nur der eine passende Faktor betont wird.
Beispiele
Beispiel 1
„Seit man die Prügelstrafe abgeschafft hat, fehlt den Kindern jede Disziplin.“
Disziplin hängt von vielen Faktoren ab (Erziehung, Vorbilder, Schule, soziales Umfeld). Sie allein an einer Massnahme festzumachen, ist eine unzulässige Vereinfachung.
Beispiel 2
„Er ist arm, weil er einfach zu faul ist.“
Armut hat in der Regel viele Ursachen (Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Herkunft). Eine einzige herauszugreifen, verzeichnet das Bild.