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Argumentum ad Populum

Kurz

Etwas wird für wahr oder richtig gehalten, weil viele es glauben oder tun.

Millionen Fliegen können sich nicht irren?

Definition

Beim Argumentum ad Populum (Appell an die Mehrheit, bandwagon) gilt eine Behauptung als wahr oder eine Handlung als richtig, weil viele ihr zustimmen oder so handeln.

Der Fehler: Die Verbreitung einer Meinung ist kein Beleg für ihre Wahrheit. Mehrheiten haben sich oft geirrt. Beliebtheit und Richtigkeit sind zwei verschiedene Dinge.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Die Mehrheit glaubt B (bzw. tut B).
  2. Also ist B wahr (bzw. richtig).

EN: appeal to the people / bandwagon

Verwandtschaft

  • Argumentum ad Verecundiam — verwandt: Berufung auf eine vermeintliche Autorität statt auf die Menge.
  • Argumentum ad Antiquitatem — verwandt: nicht „viele“, sondern „lange schon so“.
  • Argumentum ad Baculum — verwandt, wenn aus der Mehrheit sozialer Druck wird.

Beispiele

Beispiel 1

„Das kann nicht falsch sein — Millionen Menschen nutzen es doch.“

Wie viele etwas nutzen, sagt nichts darüber, ob es taugt. Auch weit verbreitete Produkte oder Ansichten können schlecht oder falsch sein.

Beispiel 2

„Jeder weiss doch, dass …“

Der Verweis auf das vermeintliche Allgemeinwissen ersetzt das Argument, das die Behauptung eigentlich stützen müsste.

Quellen