Wunschdenken
Etwas wird für wahr gehalten, weil man sich wünscht, dass es wahr ist.
Wünschen macht es nicht wahr.
Definition
Beim Wunschdenken (wishful thinking) bestimmt nicht die Sachlage, sondern der Wunsch, was jemand für wahr hält. Die Annehmlichkeit einer Vorstellung wird mit ihrer Wahrheit verwechselt.
Der Fehler: Dass eine Aussage angenehm oder wünschenswert ist, sagt nichts über ihre Richtigkeit. Eng verwandt ist der Appell an die Folgen, bei dem aus den (un)erwünschten Konsequenzen einer These auf ihren Wahrheitswert geschlossen wird.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Ich wünsche mir, dass B wahr ist.
- Also ist B wahr.
EN: wishful thinking
Verwandtschaft
- Emotionsappell — verwandt: ein Gefühl (hier der Wunsch) ersetzt den Beleg.
- Persönliche Skepsis — das negative Gegenstück: „Ich will/kann das nicht glauben, also ist es falsch.“
- Appell an die Folgen — verwandt: aus den Folgen einer These auf ihren Wahrheitswert schliessen.
Beispiele
Beispiel 1
„Mein Los wird sicher gewinnen — ich brauche das Geld einfach zu dringend.“
Die Dringlichkeit des Bedürfnisses ändert die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht.
Beispiel 2
„Der Klimawandel kann nicht so schlimm sein, denn sonst müssten wir unser Leben grundlegend ändern.“
Wie unbequem eine Konsequenz wäre, entscheidet nicht darüber, ob die zugrunde liegende Tatsache zutrifft.