Post hoc ergo propter hoc
Weil B auf A folgte, wird A für die Ursache von B gehalten.
Danach heisst nicht deswegen.
Definition
Beim Post hoc ergo propter hoc (lat. „danach, also deswegen“) wird aus der blossen zeitlichen Abfolge zweier Ereignisse auf einen ursächlichen Zusammenhang geschlossen: Weil B nach A geschah, soll A die Ursache von B sein.
Der Fehler: Aufeinanderfolge ist nicht Ursächlichkeit. B kann zufällig folgen, eine dritte Ursache kann beide bewirken, oder der Zusammenhang ist umgekehrt. Die nahe verwandte Variante Cum hoc ergo propter hoc schliesst entsprechend aus blosser Gleichzeitigkeit (Korrelation) auf Ursache.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Ereignis A geschah vor Ereignis B.
- Also hat A das Ereignis B verursacht.
EN: post hoc ergo propter hoc / false cause
Verwandtschaft
- Cum hoc ergo propter hoc — die Schwestervariante: Gleichzeitigkeit statt Abfolge.
- Mono-kausales Denken — verwandt: vorschnelle Festlegung auf eine Ursache.
- Teleologischer Irrtum — verwandt: Hineindeuten von Zusammenhängen.
Beispiele
Beispiel 1
„Nachdem die neue Regierung antrat, stieg die Kriminalität — also ist die Regierung schuld.“
Die zeitliche Abfolge belegt keine Ursache. Der Anstieg kann ganz andere Gründe haben.
Beispiel 2
„Ich habe diesen Glücksbringer dabeigehabt und dann die Prüfung bestanden — er wirkt also.“
Dass das Bestehen folgte, macht den Glücksbringer nicht zur Ursache. Hier wirkte das Lernen, nicht der Talisman.