Zum Hauptinhalt springen

Dammbruchargument (Slippery Slope)

Kurz

Ein erster Schritt wird abgelehnt, weil er angeblich unweigerlich zu immer schlimmeren Folgen führt.

Ein Schritt, und alles rutscht ab.

Definition

Beim Dammbruchargument (slippery slope) wird behauptet, ein vergleichsweise harmloser erster Schritt führe unausweichlich zu einer Kette immer schlimmerer Folgen — ohne dass diese Unausweichlichkeit begründet wird.

Der Fehler: Die einzelnen Glieder der Folgenkette werden weder belegt noch in ihrer Wahrscheinlichkeit geprüft. Aus „A könnte zu B führen“ wird unzulässig „A führt zwangsläufig bis Z“. (Wo die Kette tatsächlich begründet wird, ist es kein Fehlschluss.)

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Wenn wir A zulassen, folgt B, dann C … bis zum schlimmen Z.
  2. Z ist inakzeptabel.
  3. Also dürfen wir schon A nicht zulassen.

EN: slippery slope

Verwandtschaft

  • Argumentum ad Baculum — verwandt: Zustimmung durch geschürte Angst vor Folgen.
  • Fehlschluss der relativen Geringfügigkeit — die Gegenrichtung: dort wird ein Schritt verharmlost.
  • Falsches Dilemma — verwandt, wenn nur „alles zulassen“ oder „nichts zulassen“ erscheint.

Beispiele

Beispiel 1

„Wenn wir gleichgeschlechtliche Ehen erlauben, werden bald Ehen zwischen mehreren Personen und am Ende mit Tieren gefordert.“

Die behauptete Folgenkette wird nicht begründet. Jeder Schritt müsste eigens belegt werden; das geschieht nicht.

Beispiel 2

„Erlaubst du dem Kind heute eine Ausnahme, hat es morgen überhaupt keine Regeln mehr und wird später kriminell.“

Von einer einzelnen Ausnahme bis zur Kriminalität ist es ein weiter, unbelegter Weg. Die Dramatisierung ersetzt das Argument.

Quellen