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Tu quoque

Kurz

Ein Vorwurf wird abgewehrt, indem man der anderen Person dasselbe Verhalten vorhält.

„Du machst es doch selbst“ widerlegt nichts.

Definition

Tu quoque (lat. „du auch“) wehrt eine Kritik nicht mit Sachgründen ab, sondern mit dem Gegenvorwurf, die kritisierende Person verhalte sich selbst nicht besser. Es ist eine Sonderform des Argumentum ad Hominem.

Der Fehler: Ob eine Aussage oder Forderung berechtigt ist, hängt nicht davon ab, ob die Person, die sie äussert, sich konsequent daran hält. Auch ein Heuchler kann inhaltlich recht haben.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Person A wirft Person B das Verhalten oder die Behauptung X vor.
  2. Person A verhält sich selbst nicht gemäss X.
  3. Also ist der Vorwurf (bzw. die Behauptung) hinfällig.

EN: tu quoque / appeal to hypocrisy

Verwandtschaft

  • Argumentum ad Hominem — der Oberbegriff: Angriff auf die Person statt die Sache.
  • Whataboutism — nahe verwandt: Ablenkung durch Gegenvorwürfe.
  • Ablenkung (Red Herring) — der Gegenvorwurf führt vom Thema weg.

Beispiele

Beispiel 1

— „Du solltest weniger rauchen, das ist ungesund.“ — „Du trinkst doch selbst jeden Abend Wein!“

Der Hinweis auf das Trinken ändert nichts daran, dass Rauchen ungesund ist. Der Vorwurf wird nicht beantwortet, sondern umgelenkt.

Beispiel 2

— „Dieses Land verletzt Menschenrechte.“ — „Und ihr? Bei euch gibt es doch auch Polizeigewalt!“

Selbst wenn der Gegenvorwurf zuträfe, würde er die ursprüngliche Kritik nicht entkräften.

Quellen