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Kontrafaktisches Konditional

Kurz

Aus einer „Hätte-man-nur“-Annahme werden sichere Schlüsse über das gezogen, was dann geschehen wäre.

Was gewesen wäre, weiss niemand sicher.

Definition

Ein kontrafaktisches Konditional ist eine Aussage der Form „Wenn A geschehen wäre, dann wäre B eingetreten“ — über eine Lage, die nicht eingetreten ist. Zum Fehlschluss wird es, wenn man aus einer solchen Annahme einen sicheren Schluss zieht, obwohl der angenommene Verlauf gar nicht überprüfbar ist.

Der Fehler: Die hypothetische Welt, in der A geschah, ist nicht zugänglich. Welche Folgen A wirklich gehabt hätte, lässt sich meist nicht mit Gewissheit sagen — zu viele andere Faktoren hätten mitgespielt. Die Behauptung suggeriert eine Gewissheit, die es nicht gibt.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. A ist nicht geschehen.
  2. Behauptung: „Wäre A geschehen, dann sicher B.“
  3. Der Schluss auf B wird als feststehend ausgegeben.

EN: counterfactual fallacy

Verwandtschaft

  • Wunschdenken — verwandt, wenn die hypothetische Folge dem entspricht, was man sich wünscht.
  • Post hoc ergo propter hoc — verwandt: unbelegte Ursache-Wirkungs-Behauptungen.
  • Mono-kausales Denken — verwandt: nur ein Faktor wird für den hypothetischen Verlauf verantwortlich gemacht.

Beispiele

Beispiel 1

„Hättest du damals Medizin studiert, wärst du heute ein angesehener Arzt und glücklich.“

Niemand weiss, wie dieser andere Lebensweg verlaufen wäre. Die Behauptung tut so, als stünde das Ergebnis fest.

Beispiel 2

„Ohne diesen einen Pass hätten wir das Spiel sicher gewonnen.“

Ein anderer Pass hätte unzählige Folgen gehabt — auch der Gegner hätte anders gespielt. Der sichere Sieg ist reine Spekulation.

Quellen