Rosinenpicken
Nur die Belege, die zur eigenen These passen, werden ausgewählt; widersprechende werden weggelassen.
Sich die Rosinen herauspicken.
Definition
Beim Rosinenpicken (cherry picking) werden gezielt nur die Daten, Fälle oder Zitate herausgegriffen, die die eigene These stützen, während alle widersprechenden Belege verschwiegen werden.
Der Fehler: Ein einseitig zusammengestelltes Bild kann fast jede These „belegen“. Massgeblich ist die Gesamtheit der Evidenz, nicht eine handverlesene Auswahl.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Es gibt Belege für und gegen die These B.
- Nur die bestätigenden Belege werden angeführt.
- Die widersprechenden werden weggelassen.
- B erscheint dadurch gut gestützt.
EN: cherry picking
Verwandtschaft
- Bestätigungsfehler — die kognitive Wurzel: Wir bevorzugen ohnehin bestätigende Informationen.
- Hastige Verallgemeinerung — verwandt: Schluss aus einer nicht repräsentativen Auswahl.
- Texas-Sharpshooter — verwandt: nachträgliches Herausgreifen scheinbarer Muster.
Beispiele
Beispiel 1
„Diese Diät wirkt — schau dir die drei Leute an, die damit abgenommen haben.“
Die vielen, bei denen sie nicht gewirkt hat, bleiben unerwähnt. Drei ausgewählte Erfolge belegen nichts über die Wirksamkeit.
Beispiel 2
Ein Bericht zitiert nur die Studien, die das gewünschte Ergebnis zeigen, und übergeht die zahlreichen Studien mit gegenteiligem Befund.
Die Auswahl erzeugt ein verzerrtes Bild der Forschungslage.