Unterscheidung ohne Unterschied
Es wird eine sprachliche Unterscheidung behauptet, die in der Sache keinen Unterschied macht.
Andere Worte, dieselbe Sache.
Definition
Die Unterscheidung ohne Unterschied (distinction without a difference) behauptet einen Unterschied zwischen zwei Dingen, die sich nur in der Formulierung, nicht aber in der Sache unterscheiden. Die Umformulierung soll einen Vorwurf entkräften oder eine Position retten, obwohl sich inhaltlich nichts ändert.
Der Fehler: Zwei Beschreibungen desselben Sachverhalts werden so dargestellt, als bezeichneten sie verschiedene Dinge. Der „Unterschied“ ist rein verbal.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Es wird behauptet, X sei etwas anderes als Y.
- X und Y sind sachlich dasselbe (nur anders benannt).
- Aus dem scheinbaren Unterschied wird ein Vorteil gezogen.
EN: distinction without a difference
Verwandtschaft
- Kein wahrer Schotte — verwandt: nachträgliche Umdefinition zur Rettung einer Behauptung.
- Äquivokation — verwandt: Spiel mit Wortbedeutungen.
- Forderung nach einem Privileg — verwandt, wenn der scheinbare Unterschied eine Ausnahme begründen soll.
Beispiele
Beispiel 1
„Ich bin doch kein Rassist — ich mag bloss bestimmte Gruppen von Menschen nicht.“
„Bestimmte Gruppen nicht mögen“ ist genau das, was hier mit Rassismus gemeint ist. Die Umformulierung benennt keinen echten Unterschied.
Beispiel 2
„Ich habe an dem Joint gezogen, aber nicht inhaliert.“
Für die Frage, ob jemand konsumiert hat, macht diese Unterscheidung sachlich keinen relevanten Unterschied. Sie dient nur der Beschönigung.