Zirkelschluss
Die zu beweisende Behauptung wird in der Begründung bereits vorausgesetzt.
Der Beweis dreht sich im Kreis.
Definition
Beim Zirkelschluss (lat. petitio principii, engl. begging the question) wird eine Behauptung mit Aussagen begründet, die das zu Beweisende schon voraussetzen. Die Konklusion steckt — offen oder verdeckt — bereits in den Prämissen.
Der Fehler: Ein solches Argument ist zwar formal gültig (die Konklusion folgt aus den Prämissen), beweist aber nichts, weil es genau das annimmt, was es zeigen soll. Wer den Schluss anzweifelt, zweifelt schon die Prämisse an.
Der Fehlschluss hat die folgende Form:
- Prämisse: A (setzt B bereits voraus).
- Also B.
…wobei B nur akzeptiert, wer A — und damit B — schon glaubt.
EN: begging the question / petitio principii
Verwandtschaft
- Zirkeldefinition (Idem per idem) — Sonderform auf der Ebene der Definition.
- Komplexe Frage — verwandt: eine unbewiesene Annahme steckt in der Frage.
- Kein wahrer Schotte — verwandt: die Begriffe werden so gewählt, dass die These wahr bleiben muss.
Beispiele
Beispiel 1
„Die Bibel ist wahr, weil sie das Wort Gottes ist. Und dass sie Gottes Wort ist, wissen wir, weil es in der Bibel steht.“
Die Wahrheit der Bibel wird mit der Bibel selbst begründet. Das Argument setzt voraus, was es beweisen soll.
Beispiel 2
„Er sagt die Wahrheit, denn er lügt nie.“
„Lügt nie“ ist nur eine Umformulierung von „sagt die Wahrheit“. Die Begründung wiederholt die Behauptung.