26. The GI Joe Fallacy
Wireless Philosophy, Cognitive Biases, 3:17. Original title: CRITICAL THINKING - Cognitive Biases: The GI Joe Fallacy [HD]
Summary
Zusammenfassung
Laurie Santos (Yale University) closes the series on cognitive biases with the GI Joe fallacy: the mistaken belief that simply knowing about a bias is enough to overcome it.
Laurie Santos (Yale University) beschließt die Reihe über kognitive Verzerrungen mit dem GI-Joe-Fehlschluss: der irrigen Annahme, es genüge, von einer Verzerrung zu wissen, um sie zu überwinden.
Where the name comes from
Woher der Name stammt
The fallacy is named after the 1980s cartoon GI Joe, whose episodes closed with a public service announcement ending in the catchphrase "Now you know, and knowing is half the battle." Santos argues that cognitive science shows this is often false: for many biases, merely knowing about them is nowhere near half the battle.
Der Fehlschluss ist nach der Zeichentrickserie GI Joe aus den 1980er-Jahren benannt, deren Folgen mit einem Aufklärungsspot endeten, der auf den Slogan hinauslief: „Jetzt weißt du es, und Wissen ist die halbe Miete." Santos hält dem entgegen, dass die Kognitionswissenschaft zeigt, wie oft das falsch ist: Bei vielen Verzerrungen ist bloßes Wissen über sie bei Weitem nicht die halbe Miete.
When knowing genuinely helps, and when it does not
Wann Wissen wirklich hilft und wann nicht
Santos concedes that knowing is sometimes enough, as with multiplication tables or which aisle the milk is in. But she gives three examples where it is not, each drawn from an earlier video in the series: knowing that the Grand Canyon Skywalk is perfectly safe does not stop it from feeling scary (alief); knowing that arbitrary anchors distort judgement does not stop a "five for five dollars" sign from making five items feel like the right number to buy; and knowing that wording alone can change our intuitions does not stop us from being more hesitant to accept a risk framed as lives lost than the identical risk framed as lives saved (reference dependence and loss aversion).
Santos räumt ein, dass Wissen manchmal genügt, etwa beim Einmaleins oder bei der Frage, in welchem Gang die Milch steht. Doch sie nennt drei Beispiele, in denen es nicht genügt, jedes aus einem früheren Video der Reihe: Zu wissen, dass der Skywalk am Grand Canyon völlig sicher ist, hält ihn nicht davon ab, beängstigend zu wirken (Alief); zu wissen, dass willkürliche Anker das Urteil verzerren, hält ein Schild „fünf für fünf Dollar" nicht davon ab, fünf Stück als die richtige Kaufmenge erscheinen zu lassen; und zu wissen, dass allein die Formulierung unsere Intuitionen verändern kann, hält uns nicht davon ab, ein als verlorene Leben gerahmtes Risiko zögerlicher hinzunehmen als dasselbe Risiko, gerahmt als gerettete Leben (Referenzabhängigkeit und Verlustaversion).
What actually controls our behaviour
Was unser Verhalten tatsächlich steuert
Santos points to research suggesting that consciously recognising a bias is only a small part of what controls behaviour. On her account, much of our behavioural control comes instead from habits and from the situations we find ourselves in, rather than from conscious awareness, which is why deliberately shaping our situations, and learning to regulate our emotions, can do more over time than simply knowing the facts.
Santos verweist auf Forschung, die nahelegt, dass das bewusste Erkennen einer Verzerrung nur einen kleinen Teil dessen ausmacht, was Verhalten steuert. Ihrer Darstellung nach stammt ein Großteil unserer Verhaltenssteuerung stattdessen aus Gewohnheiten und aus den Situationen, in denen wir uns befinden, und nicht aus bewusstem Gewahrsein. Deshalb kann es auf Dauer mehr bewirken, die eigenen Situationen bewusst zu gestalten und zu lernen, die eigenen Gefühle zu regulieren, als bloß die Fakten zu kennen.
The fallacy applies to itself
Der Fehlschluss gilt für sich selbst
Santos ends on a self-referential note: even knowing about the GI Joe fallacy does not protect you from it. You may consciously know that knowing is only half the battle, yet still act as though conscious knowledge were the main thing controlling your behaviour. Even after watching an entire series of videos on cognitive biases, Santos says, viewers will still be subject to the same effects described in them, the GI Joe fallacy included.
Santos endet selbstbezüglich: Selbst vom GI-Joe-Fehlschluss zu wissen schützt nicht vor ihm. Sie mögen bewusst wissen, dass Wissen nur die halbe Miete ist, und dennoch handeln, als sei bewusstes Wissen das Wichtigste bei der Steuerung Ihres Verhaltens. Selbst nachdem man eine ganze Videoreihe über kognitive Verzerrungen gesehen hat, sagt Santos, unterliegt man weiterhin denselben Effekten, die darin beschrieben werden, den GI-Joe-Fehlschluss eingeschlossen.
Key takeaway
Die zentrale Erkenntnis
Santos's closing point inverts the cartoon's slogan: for most cognitive biases, consciously knowing about them is not even half the battle, so now that you know that, you have gained less than half of what you need.
Santos' Schlusspointe kehrt den Slogan der Zeichentrickserie um: Bei den meisten kognitiven Verzerrungen ist bewusstes Wissen über sie nicht einmal die halbe Miete, und nun, da Sie das wissen, haben Sie weniger als die Hälfte dessen gewonnen, was Sie brauchen.