14. Ad Hominem
Wireless Philosophy, Fallacies, 8:11. Original title: CRITICAL THINKING - Fallacies: Ad Hominem [HD]
Summary
Zusammenfassung
Paul Henne (Duke University) explores the ad hominem fallacy, Latin for "to the person": an attack on the person making an argument rather than on the argument itself. He introduces it through a running dispute with his friend Vlad.
Paul Henne untersucht den Ad-hominem-Fehlschluss, lateinisch „auf die Person hin": einen Angriff auf die Person, die ein Argument vorbringt, statt auf das Argument selbst. Er führt ihn anhand eines durchlaufenden Streits mit seinem Freund Vlad ein.
The basic move
Der Grundzug
Vlad argues that cats are better pets than dogs because cats stay indoors and use a litter box, while dogs need walking and are more work. Henne replies, "Yeah, Vlad, but you're a total jerk", dismisses the argument, and gets a dog. Generalised, the reasoning runs:
Vlad argumentiert, Katzen seien bessere Haustiere als Hunde, weil Katzen im Haus bleiben und ein Katzenklo benutzen, während Hunde Gassi geführt werden müssen und mehr Arbeit machen. Henne entgegnet: „Ja, Vlad, aber du bist ein absoluter Blödmann", weist das Argument zurück und holt sich einen Hund. Verallgemeinert lautet die Schlussweise:
Premise 1: Person P makes claim C ("cats rule, dogs drool").
Premise 2: Person P has unsatisfactory standing or circumstance ("Vlad is a total jerk").
Conclusion: Therefore, claim C is false.
Prämisse 1: Person P stellt die Behauptung C auf („Katzen sind super, Hunde sind doof").
Prämisse 2: Person P hat ein unbefriedigendes Ansehen oder unbefriedigende Umstände („Vlad ist ein absoluter Blödmann").
Schlussfolgerung: Also ist Behauptung C falsch.
Henne argues this form is generally wrong: the standing of the person making an argument is in most cases irrelevant to whether the argument is valid or sound. Vlad, however unpleasant, or even a Hitler, as Henne puts it, could still make a good argument in favour of cats.
Henne hält diese Form im Allgemeinen für verfehlt: Das Ansehen der Person, die ein Argument vorbringt, ist in den meisten Fällen dafür unerheblich, ob das Argument gültig oder schlüssig ist. Vlad, so unangenehm er sein mag, oder selbst ein Hitler, wie Henne es formuliert, könnte trotzdem ein gutes Argument für Katzen vorbringen.
Four sub-types
Vier Untertypen
The abusive type attacks the person's character directly, as in the Vlad example. The remaining three types turn on a second running example: Henne's friend Catherine argues that because animals are sentient, and killing a sentient being for food is immoral, killing animals for food is immoral.
Der beleidigende Typ greift den Charakter der Person unmittelbar an, wie im Vlad-Beispiel. Die übrigen drei Typen drehen sich um ein zweites durchlaufendes Beispiel: Hennes Freundin Catherine argumentiert, weil Tiere empfindungsfähig seien und es unmoralisch sei, ein empfindungsfähiges Wesen als Nahrung zu töten, sei es unmoralisch, Tiere als Nahrung zu töten.
The circumstantial type attacks the arguer's situation instead of her argument: "Yeah, but Catherine, you work for a vegan food company, so your argument must be invalid", pointing to a possible conflict of interest without touching her premises.
Der umstandsbezogene Typ greift die Lage der argumentierenden Person an statt ihr Argument: „Ja, aber Catherine, du arbeitest für ein veganes Lebensmittelunternehmen, also muss dein Argument ungültig sein" – ein Hinweis auf einen möglichen Interessenkonflikt, der ihre Prämissen unangetastet lässt.
Tu quoque ("you also") points to the arguer's own inconsistency: "Yeah, Catherine, but you eat meat, so you support the killing of animals for food; your argument must be invalid", again without addressing her premises or conclusion.
Tu quoque („du auch") verweist auf die eigene Widersprüchlichkeit der argumentierenden Person: „Ja, Catherine, aber du isst Fleisch, also unterstützt du das Töten von Tieren als Nahrung; dein Argument muss ungültig sein" – wieder ohne auf ihre Prämissen oder ihre Schlussfolgerung einzugehen.
Guilt by association links the arguer to someone disreputable: "Towards the end of his life, Hitler was a vegetarian, so you might have made a similar argument. Since we'd reject his argument simply because he's Hitler, we should obviously reject your argument, too."
Schuld durch Assoziation verknüpft die argumentierende Person mit jemandem von schlechtem Ruf: „Gegen Ende seines Lebens war Hitler Vegetarier, du könntest also ein ähnliches Argument vorgebracht haben. Da wir sein Argument allein deshalb zurückweisen würden, weil er Hitler ist, sollten wir offensichtlich auch dein Argument zurückweisen."
All three share the same general form:
Alle drei teilen dieselbe allgemeine Form:
Premise 1: Catherine claimed that killing animals for food is immoral.
Premise 2: But she has poor standing or circumstances.
Conclusion: Therefore, it is not the case that killing animals for food is immoral.
Prämisse 1: Catherine hat behauptet, dass es unmoralisch ist, Tiere als Nahrung zu töten.
Prämisse 2: Aber sie hat ein schlechtes Ansehen oder schlechte Umstände.
Schlussfolgerung: Also ist es nicht der Fall, dass das Töten von Tieren als Nahrung unmoralisch ist.
Key takeaway
Die zentrale Erkenntnis
None of these replies engage Catherine's or Vlad's premises or conclusion; they attack standing and character instead, which in most cases has no bearing on whether an argument is valid or sound. Henne notes that philosophers still debate when a person's standing and character are relevant to an argument, a question he leaves for another video.
Keine dieser Entgegnungen setzt sich mit Catherines oder Vlads Prämissen oder Schlussfolgerung auseinander; sie greifen stattdessen Ansehen und Charakter an, was in den meisten Fällen nichts damit zu tun hat, ob ein Argument gültig oder schlüssig ist. Henne merkt an, dass Philosophen noch immer darüber streiten, wann Ansehen und Charakter einer Person für ein Argument doch von Belang sind, eine Frage, die er einem anderen Video überlässt.